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Normsetzung

Soziales Kräftefeld einer Standardvarietät

Standardsprache und Dialekte lassen sich auch in der Tradierung unterscheiden. Während ein Dialekt vor allem informell als Brauch weitergegeben wird und meist die Erwachsenen den Kindern gegenüber als Normautorität fungieren, verhält es sich bei der Standardsprache andersherum. Hier wird Sprache formell und institutionalisiert weitergegeben. Damit sind sie kodifiziert, werden förmlich gelehrt und haben einen amtlichen Status inne.

Wer setzt die Norm?Bearbeiten

„Das Setzen von Normen macht diese Normen gültig. Die Gültigkeit der Normen erlaubt oder gebietet es den Normautoritäten von Normsubjekten die Normbefolgung zu verlangen.“ Dies heißt nichts anderes, als dass bestimmte Menschen in der Lage sind bzw. die Macht haben eine Norm festzulegen und von den anderen Menschen verlangen können diese Norm nun zu befolgen. Die Durchsetzung einer Norm kann von Modellsprecher_innen oder -schreiber_innen festgelegt werden. Diese Vorbilder schreiben einen Modelltext, der entweder ein mündlicher/schriftlicher Prosatext, ein spezieller Sachtext oder eine öffentliche Rede ist. Dieser Modelltext muss in einem Massenmedium oder einem Zeitungstext (oder dergleichen) veröffentlicht worden sein und wird somit zur normsetzenden Instanz. Modellhafte sind die Texte:

·         aufgrund ihrer Öffentlichkeit

·         aufgrund der sprachlichen Meisterschaft, die ihr zugeschrieben wird und

·         durch den sozialen Status den der/die Sprecher_in/Schreiber_in/Berurteiler_in in der Gesellschaft innehat.

Als zweites kommt noch eine weitere normsetzende Instanz hinzu: der Sprachkodex. Im deutschen Sprachraum ist damit vor allem der Dudenverlag gemeint. Sprachkodexe sind autoritative Nachschlagewerke für den standardsprachlichen Sprachgebrauch.

Die dritte standardsetzende Instanz sind die Sprachexpert_innen. Damit sind die sprachwissenschaftlichen Fachleute gemeint, die die Sprache auf ihre Regelhaftigkeit untersuchen und sogar den Sprachkodex kritisieren können und so einen Änderung der Sprachnorm gegenüber einer anderen Instanz durchsetzen können.

Die Sprachnormautorität ist die vierte normsetzende Instanz. Damit sind alle Menschen gemeint, die genügend Macht und Glaubwürdigkeit besitzen, um die Sprachhandlungen anderer Personen zu korrigieren und zu beeinflussen. Dies ist die direkte Schnittstelle zwischen den Normsubjekten und den normsetzenden Instanzen. Denn nur an dieser Stelle kann die Durchsetzung der Normen kontrolliert werden, wodurch die Normen erst wirklich existieren.

Wichtig bei der Normierung von Sprache ist aber vor allem, dass eine Norm meist mit einer Wertung einhergeht, die eine bestimmte Normanwendung als ‚gut‘ konnotiert und die Abweichung eben als ‚schlecht‘.

QuellenBearbeiten

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